Persönlichkeitsstörungen – Wenn Ihr Fühlen, Denken und Verhalten zum Problem wird

Sie fühlen sich unbehaglich oder hilflos, wenn Sie alleine sind. Sie sind der Überzeugung, unattraktiv oder minderwertig im Vergleich zu anderen zu sein. Sie vermeiden berufliche oder soziale Aktivitäten, die intensiven zwischenmenschlichen Kontakt voraussetzen. Sie sind übermäßig gewissenhaft, perfektionistisch und leistungsbezogen. Auf Zurücksetzungen reagieren Sie übertrieben empfindlich. Sie suchen ständig nach aufregenden Ereignissen, in denen Sie im Mittelpunkt stehen. An soziale Regeln und Verpflichtungen halten Sie sich nicht. Ihre Stimmung ist unberechenbar und wechselt schnell. Ihre Beziehungen sind intensiv, aber unbeständig. Neutrale oder sogar freundliche Handlungen anderer interpretieren Sie als feindlich. Ihr Gefühlsleben ist durch Distanziertheit gekennzeichnet und Sie bevorzugen Aktivitäten, die Sie alleine durchführen. Sie haben ständig das Bedürfnis, von anderen bewundert zu werden und verhalten sich oft arrogant. Wenn Sie mit unliebsamen Aufgaben betraut werden, arbeiten Sie absichtlich langsam oder schlecht. Autoritätspersonen begegnen Sie mit Verachtung.
Wenn eine oder mehrere dieser Aussagen zutreffen, kann das ein Kennzeichen einer Persönlichkeitsstörung sein, die sich auf Ihre Arbeit, Beziehungen, Gefühle und Wahrnehmung dessen, was um Sie herum passiert, mehr oder weniger negativ auswirkt und vielfältige Schwierigkeiten nach sich zieht.
Sie leiden erheblich unter Ihrem Lebensstil und bekommen häufig Probleme mit Ihrer Umwelt. Ihre Verhaltensweisen haben sich bereits seit der Kindheit oder Jugend entwickelt und sind oft unflexibel und unangepasst.

Persönlichkeit ist kein unabänderliches Schicksal

Die Persönlichkeit ist wie ein Kartenspiel, das der Mensch bei der Zeugung erhält. Es beeinflusst seine Entwicklung entscheidend, genauso wie ihn Lebenserfahrungen und belastende Ereignisse prägen. Nach Kindheit und Jugend hat sich das „Blatt” gefestigt und der Mensch spielt das „Spiel” seines Lebens in der für ihn charakteristischen Weise. Aber die Persönlichkeit ist auch kein unabänderliches Schicksal. Durch Erfahrungen, Lernen oder Psychotherapie können lang verborgene Karten aufgedeckt und Lebensmöglichkeiten in jedem Alter erweitert werden.

Was können Sie tun?
Erst einmal sind Informationen über die Art und Weise vonnöten, wie sich die Persönlichkeit organisiert hat und welcher Stil im Vordergrund steht. Wenn man beispielsweise weiß, dass man in seiner aufopfernden Art für andere stets große Unannehmlichkeiten auf sich nimmt, kann man lernen zu stoppen, bevor man den anderen zu viel anbietet. Wenn man aufgrund seines selbstbewussten Stils für die Bedürfnisse anderer kein Gefühl hat, kann man üben, ihnen mehr Beachtung zu schenken. Wer sich der typischen Schwachstellen seiner Persönlichkeit bewusst geworden ist, wird die rauen Kanten abschleifen und hilfreichere Gewohnheiten annehmen können. Das heißt nicht, dass der Mensch durch eine entsprechende Therapie zum perfekten Partner, Elternteil oder Chef umfunktioniert werden soll. Aber es gibt die Möglichkeit, mit Unterstützung Krisen zu bewältigen, in die der Betreffende gerät, Verhaltensmuster zu hinterfragen, die ihn immer wieder in Konflikte mit anderen treiben, soziale Fertigkeiten zu erlernen oder belastende Gefühle erträglicher zu machen. Eine Psychotherapie krempelt eine Persönlichkeit niemals vollständig um, ist aber eine gute Möglichkeit, spezielle Probleme zu meistern, die bestimmte Persönlichkeitsstörungen nach sich ziehen. Das Verhalten kann dann besser gesteuert werden und führt zu größerer Lebenszufriedenheit und verträglicheren Beziehungen.