Burnout- Symptome und Behandlung

Kommt das Gespräch auf „Burnout“ meint fast jeder mitreden zu können. Man kennt das und gestresst sind wir doch alle. „Ein wenig Burnout“ ist heute eher so etwas wie die Tapferkeitsmedaille des berufstätigen Menschen, impliziert es doch Fleiß (und damit beruflichen Erfolg) bis zur Selbstaufgabe. Aber auch eine Belastung im privaten Bereich (z.B. durch pflegebedürftige Angehörige) oder die Doppelbelastung als berufstätiger Elternteil kann zum Burnout-Syndrom führen. Gleichzeitig ist aber das Burnout-Syndrom keine anerkannte Krankheit, etwa nach den internationalen Klassifikationskriterien der WHO.

Sowohl für die Depression als auch für das Burnout-Syndrom gilt, dass die Belastungsfaktoren auf medizinisch-biologischer sowie psychisch-sozialer Ebene genau analysiert werden müssen. Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen, welche die Krankheiten mitbedingen oder aufrechterhalten, müssen erkannt, verstanden und behandelt werden.

Neben der Reduktion äußerer Belastungsfaktoren ist das Ziel der Therapie eine Veränderung depressiver Kognitionen (Gedanken, Einstellungen) wie Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit oder ungünstiger, sogenannter dysfunktionaler Einstellungen. Die Wahrnehmung eigener Emotionen und Bedürfnisse wird gezielt gefördert. Der Rückgriff auf früher vorhandene oder die Entwicklung neuer Stärken und Ressourcen ermöglicht es dem Betroffenen an der eigenen Situation und dem emotionalen Zustand persönlich etwas verändern zu können, was ihm eine Überzeugung von Selbstwirksamkeit zurückgibt.

Problematische Verhaltensweisen, wie mangelnde Fertigkeiten im Bereich der Stressbewältigung, der Selbstbehauptung und Abgrenzungsfähigkeit, der sozialen Kommunikation oder eine übermäßige Leistungsorientierung, werden behandelt und ein förderliches (funktionales) Verhaltensrepertoire aufgebaut. Dazu kann beispielsweise das Erlernen einer Entspannungsmethode oder die Anleitung zum Genießen gehören.

Ein wesentliches Ziel der Therapie besteht also im Aufbau von Fertigkeiten und in der Modifikation überdauernder Verhaltensmuster (sog. dysfunktionaler Schemata), welche zur Entwicklung der Depression oder des Burnout-Syndroms beigetragen haben.